Unser Stromnetz – Aufbau in Ebenen

Strom ist unser allgegenwärtiger Begleiter. Er erleuchtet unsere Häuser, unterstützt uns beim Wäschewaschen und treibt unsere Fernseher und Smartphones an. Aber wie findet der Strom eigentlich seinen Weg vom Großkraftwerk bis in unsere Steckdose und worauf ist bei der Verteilung zu achten? Darauf wollen wir heute genauer eingehen und haben für Sie den Aufbau unseres Stromnetzes unter die Lupe genommen.

 

Grundprinzip und Funktionsweise

Das österreichische Stromnetz weist eine Gesamtlänge von 258.907 km auf. Es besteht aus vier verschiedenen Netzebenen, die je nach Einsatzzweck unterschiedliche Spannungen und Ströme in Form von Wechselstrom zur Verfügung stellen können. Jeder Netzebene sind verschiedene Versorgungsgruppen (z.B. sehr große Industrieunternehmen oder einzelne Haushalte) zugeordnet, die über die jeweilige Ebene mit Strom beliefert werden. Als Bindeglieder zwischen den Ebenen fungieren Transformatoren, die in Umspannwerken den Strom in die entsprechenden Spannungen umwandeln.

 

Die verschiedenen Netzebenen

Die sogenannte Höchstspannungsebene (220.000 bis 380.000 V [Volt]) steht über allen anderen Ebenen und bildet den Anschluss an die europäischen Stromnetze. Ihr Strom wird über Großkraftwerke eingespeist und anschließend über lange Strecken via Fernleitungen übertragen, was notwendig ist, um Ballungsräume und sehr große Industriebetriebe mit ausreichend Strom zu versorgen. Der Vorteil bei der Übertragung von Strom im Höchstspannungsbereich ist die geringe Verlustrate über große Distanzen hinweg im Vergleich zu niedrigeren Spannungen.

Eine Ebene darunter ist die Hochspannungsebene angesiedelt, über die ganze Städte und sehr große Industriebetriebe, aber auch die Eisenbahn mit Strom (60.000. bis 110.000 V) versorgt werden. Als Einspeiser fungieren mittelgroße Kraftwerke.

In der nachfolgenden Mittelspannungsebene (6.000 bis 60.000 V) speisen einerseits große PV-Anlagen sowie kleinere Kraftwerke (z.B. Gas, Wasser, Wind) ein, andererseits dient diese der Versorgung größerer Gewerbe- und Industriebetriebe bzw. von Krankenhäusern.

Die Versorgung von Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben erfolgt über die sogenannte Niederspannungsebene, die sich im Bereich 230 bis 400 V bewegt. Auch private PV-Anlagen speisen in diesem Bereich ein, genauso wie kleine dezentrale Kraftwerke (z.B. Blockheizkraftwerke). Weiters  ist das der Strom, der hierzulande mit 230 Volt aus der normalen Haushaltssteckdose kommt. In anderen Ländern der Welt kann die Spannung aber auch darunter (z.B. USA 120 V) oder darüber (z.B. Zypern 240 V) liegen.

Versorgungssicherheit

Das österreichische Stromnetz gehört zu den zuverlässigsten und sichersten der Welt. Durch den vermehrten Ausbau erneuerbarer Energien steht dieses aber vor neuen Herausforderungen, insbesondere was die Stabilität der Spannung und der Netzfrequenz angeht. Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien wie Wind oder Photovoltaik hat nämlich den Nachteil, dass sich wetterbedingt kaum steuern lässt, wann und wie viel Strom erzeugt wird. Deshalb müssen neue Regelungsmechanismen und Ausgleichsmöglichkeiten her, die unser Stromnetz auch künftig mit der Energiewende absolut zuverlässig agieren lassen.

 

Lesen Sie auch unseren Beitrag „Herausforderung Netzfrequenz“ und erfahren Sie, weshalb die Netzfrequenz so wichtig für die Stabilität des Stromnetzes ist. 🙂