Österreich und die Erneuerbaren– Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Kürzlich hat die aktuelle Bundesregierung in einer Pressekonferenz erstmals einen Entwurf ihrer Klima- und Energiestrategie präsentiert, welche vor allem den Weg zur Erreichung der 2030-Klimaziele aufzeigen soll. Ein Ziel, welches dabei verfolgt wird und stark zur Dekarbonisierung beitragen soll, ist die Stromerzeugung aus 100 % erneuerbaren Energien, also aus Solar-, Wind-, und Wasserkraft etc., bis zum Jahr 2030.

 

Klimaziele in Österreich

Um die Erderwärmung auf unter 2 °C zu begrenzen, sieht die EU-Kommission nationale Ziele vor, welche eine starke Reduktion des Ausstoßes von Schadstoffen und Treibhausgasen, wie CO2, verfolgen und so den anthropogen verursachten Klimawandel aufhalten bzw. verlangsamen sollen. Österreich liegt mit seinen Auflagen dabei hinter den skandinavischen Ländern im oberen Drittel und muss bis zum Jahr 2030 eine CO2-Emissionsreduktion von 36 % gegenüber dem Jahr 2005 vorweisen, um die Klimaziele von Paris einzuhalten – bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden von den 36 % allerdings nur 8 % realisiert. Österreich setzt bei der Erreichung seiner Ziele weniger auf Strategien in den Bereichen Mobilität oder thermischer Sanierung, sondern konzentriert sich in erster Linie auf den Ausstieg fossiler Energieträgern bei der Energieproduktion. Photovoltaik ist dabei ein wesentlicher Faktor, um diesen Ausstieg dauerhaft zu ermöglichen und unseren Strom nachhaltig zu machen.

 

Photovoltaik im Strommix

Im Jahr 2016 waren landesweit etwa 1 Gigawatt (GW) PV-Anlagenleistung installiert, mit welcher über das Jahr ein bisschen über 1 Terawatt-Stunde (TWh) Strom produziert und wiederum knapp 2 % des Strombedarfs in Österreich gedeckt wurden. Photovoltaik-ExpertInnen sind sich einig, dass die Stromproduktion aus Photovoltaik von 1 auf mindestens 30 Terawatt-Stunden jährlich steigen muss, um eine hundertprozentige Versorgung mit Erneuerbaren in Österreich erreichen zu können. Daraus ergibt sich natürlich die Notwendigkeit eines starken Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen – seit letztem Jahr sollen nun jährlich 600 Megawatt (MW) Photovoltaik zugebaut werden, um bis 2030 einen Anteil von 15 % im gesamten Strommix zu einzunehmen. Die Regierung plant daher das 100.000 Dächer Programm für PV-Anlagen, bei dem es sich um eine Investitionsförderung für private PV-Anlagen und Kleinspeicher handelt – inklusive Steuerbefreiung für den Eigenverbrauch von selbsterzeugtem Strom.

 

Ausblick

Um den fossilen Ausstieg zu schaffen, ist Photovoltaik auf jeden Fall eine ausschlaggebende Technologie. Damit der Ausbau weiter vorangetrieben wird und die Anschaffung für Privatpersonen in Zukunft noch attraktiver wird, ist in kommenden Jahren mit weiteren Förderungen zu rechnen. Trotzdem wird es in Zukunft notwendig sein, den Gesamtenergiebedarf um mindestens 40 bis 50 % zu reduzieren. Ohne zusätzliche Wärmeschutzmaßnahmen im Gebäudesektor wird das allerdings nicht möglich sein, und dafür wäre eine jährliche Sanierungsrate von rund 3 % notwendig – derzeit liegt diese bei etwa 1 %. Die Regierung kündigte daher in ihrer Klima- und Energiestrategie an, eine Offensive bei der thermischen Sanierung zu starten, um auch in diesem Sektor die Energieeffizienz zu steigern.

 

Wir sind jedenfalls gespannt auf weitere konkrete Details und Maßnahmen und halten Sie diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden 😉