Urban Mining – Die Stadt als Bergwerk

Alle paar Jahre das alte Auto gegen ein neues tauschen? Und das aktuelle Smartphone ist auch bereits aus der letzten Generation? Mit dem raschen technologischen Wandel gehen wachsende Berge an Abfällen und Elektroschrott einher, vor allem in den Städten, während die Rohstoffe immer knapper und gleichzeitig teurer werden. Da stellt sich natürlich die Frage wie wir jetzt und in Zukunft damit umgehen sollen? Urban Mining heißt das Konzept, das sich dieser Problematik annehmen soll, indem die Stadt als Bergwerk mit einer Vielzahl wertvoller Materialien angesehen wird. Wie das funktioniert bzw. welche Ziele dabei verfolgt werden, das verraten wir Ihnen in den nachfolgenden Absätzen!

 

Was versteht man unter Urban Mining?

Wichtige Rohstoffe wie Öl, Kohle oder Eisen stecken nach wie vor in Produkten, die für uns bereits Abfall geworden sind. Wände abrissreifer Gebäude, stillgelegte Mülldeponien oder alte Smartphones – sie alle stecken voll kostbarer Ressourcen. Und da kommt die Idee der Stadt als Bergwerk ins Spiel, in welchem wertvolle Materialien, wie beispielsweise seltene Erden, abgebaut, recycelt und anschließend wiederaufbereitet werden. Die effiziente Rückgewinnung ausgedienter Materialien ist nicht unbedingt neu, denn bereits im zweiten Weltkrieg haben die sogenannten Trümmerfrauen Ziegel zerbombter Gebäude geborgen, aus denen später neue Wohnhäuser oder Fabriken entstanden. Der Begriff Urban Mining kam dann zum ersten Mal in den 1990er Jahren auf, als Recycling gerade seinen Boom erlebte.

 

Die Stadt als Rohstoffquelle

Bereits heute lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, im Jahr 2050 sollen es bereits gute zwei Drittel sein. Überall dort wo Menschen leben, kommt natürlich auch einiges an mineralischen Baustoffen und verbauten Metallen zusammen – Städte sind regelrechte Rohstoff-Goldgruben! Das Eisenerz in ausgedienten Eisenbahnschienen oder Kies und Sand im Beton von abrissreifen Häusern bedeutet es systematisch als Sekundärrohstoffe, z.B. in Form eines neuen Hauses, wiederzuverwerten, anstatt ihre ursprünglichen Quellen weiter auszubeuten. War es einst das Hauptziel Abfall möglichst zu vermeiden, so muss man heute noch einen Schritt weitergehen – Ressourcenmanagement heißt hierbei das Zauberwort: Neue Recyclingtechnologien müssen her, um eine Kreislaufwirtschaft zu gewährleisten. Nur so ist es möglich die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen zu verringern und gleichzeitig die Nachfrage nach neuen High-Tech-Technologien zu befriedigen.

 

Fazit

Urban Mining entpuppt sich als zukunftsreiches Konzept, mit welchem der Kampf um endliche Ressourcen zumindest zu einem gewissen Teil gewonnen werden kann. Das Bewusstsein für Städte als wertvolle Rohstoffminen wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zunehmen und unseren Hunger nach wertvollen Materialien stillen…zumindest vorläufig.