Graue Energie

Achten Sie beim Einkaufen immer auf die Herkunft Ihrer Waren? Bei Lebensmitteln vermutlich noch eher als bei der Kleidung oder elektronischen Geräten. Doch gerade bei Letzteren zahlt es sich durchaus aus ebenfalls darauf zu achten, denn diese enthalten meist große Mengen grauer Energie. Was das überhaupt ist und worin sie überall zu finden ist, das erfahren Sie in diesem Beitrag!

 

Was ist graue Energie?

Graue Energie ist jene Energie, die zur Herstellung, zum Transport und zur Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleitung benötigt wird. Noch bevor Waren bei uns in den Geschäften landen, wurde somit bereits eine erhebliche Energiemenge aufgewendet. In der Regel sieht man den Gütern ihren hohen Energieverbrauch allerdings nicht an, wie beispielsweise bei Lebensmitteln, Kleidung oder auch Verpackungsmaterialien.

 

Wo steckt die meiste graue Energie drin?

Je länger ein Produkt reisen muss, bis es letztendlich bei uns in den Regalen steht, umso größer auch die graue Energie. Kakao aus Afrika legt beispielsweise um die 5500 km zurück, Orangensaft aus Brasilien sogar bis zu 11000 km. Auch der Einsatz schwerer Maschinen oder synthetischer Düngemittel kann die graue Energie in die Höhe treiben. Ein Smartphone, welches durchschnittlich gerade einmal 18 Monate genutzt wird, steckt voller seltener Erden, Metalle und Rohstoffe, welche äußerst aufwendig und meist unter gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen gewonnen werden. Bis zu 500 Einzelteile stecken in so einem Smartphone, welches in Fabriken in China, Taiwan oder Korea zu einem fertigen Produkt zusammengesetzt wird. Die Rohstoffe dafür werden allerdings wieder ganz woanders gewonnen, z.B. im Kongo, wo Cobalt, Zinn oder Tantal aus ortsansässigen Minen abgebaut werden. Dadurch, dass der Rohstoffabbau und die Weiterverarbeitung an verschiedenen Orten stattfinden, hat das sowohl Emissionen aufgrund des Transports als auch einen hohen Einsatz von Verpackungsmaterialien zur Folge. Smartphone beinhalten somit eine enorme Menge graue Energie über den gesamten Lebenszyklus, was sich bis zur Entsorgung zieht.

 

PV und graue Energie

Auch die Herstellung einer PV-Anlage erfordert natürlich graue Energie. Durchschnittlich hat sich diese allerdings nach 1,5 bis 2 Jahren nahezu amortisiert. Während ihrer 20-jährigen Betriebsdauer kompensiert eine PV-Anlage somit ein Vielfaches der für ihre Herstellung benötigten Energie. Da können Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerke nicht mithalten! Im Gegenteil – die graue Energie kann bei ihnen nie zur Gänze kompensiert werden.

 

Graue Energie sparen

Gelegentlich wird die graue Energie in Produkten im Rahmen einer Ökobilanz-Erhebung ermittelt, allerdings können dabei wichtige Angaben, wie Herstellungs- oder Transportbedingungen, stark variieren. Somit ist es schwierig den Bedarf an grauer Energie einzuschätzen bzw. ihr so entgegenzuwirken. Allerdings gilt die Faustregel, dass je regionaler und saisonaler Sie Ihre Produkte einkaufen, umso besser für die Ökobilanz und umso geringer die graue Energie. Bei elektrischen Geräten lohnt es sich jedenfalls auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit zu setzen, das gilt auch für das heißgeliebte Smartphone. Vergleichen lohnt sich 😉