Willkommen im Anthropozän – Das Zeitalter der Menschen

Städtebau, CO2-Emissionen oder Abholzung – unsere Erde muss ganz schön viel einstecken. Wir Menschen üben einen massiven Einfluss auf unsere Umwelt aus, sodass immer wieder auch von einem Zeitalter der Menschen gesprochen wird, dem Anthropozän. Wann dieses eigentlich begonnen hat und weshalb wir überhaupt ein neues Zeitalter brauchen, verraten wir Ihnen heute.

 

Die Einführung des Anthropozäns

Der Begriff Anthropozän wurde in den Nuller-Jahren vom holländischen Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen geprägt. Er schlug die Benennung eines neuen Erdzeitalters vor, in dem der Mensch als größter Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde agiert. Allerdings ist die Einführung des Anthropozäns bislang nur ein Vorschlag, welcher bisher nicht offiziell umgesetzt wurde, aber von einer Vielzahl von Wissenschaftlern gestützt und ebenfalls aufgegriffen wurde. Letzter Entscheidungsträger ist hierbei die internationale stratigraphische Kommission (ICS), welche unter anderem darüber berät, ob das Anthropozän als eigene Epoche anerkannt werden soll.

 

Ein neues Zeitalter hat begonnen?

Wann und ob das Anthropozän nun eigentlich das Holozän (das offiziell gegenwärtige Erdzeitalter) abgelöst hat, da scheiden sich die Geister. Einige Experten legen den Beginn bereits auf vor 6000 Jahren mit dem Beginn des Ackerbaus, während andere wiederum der Meinung sind, dass die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert den ausschlaggebenden Zeitpunkt bestimmt. Und dann gibt es noch Experten, die den Beginn des Anthropozäns erst in die 1950er Jahre legen wollen, als die ersten Atombombentests durchgeführt wurden und die Bevölkerungszahl und der Konsum innerhalb kurzer Zeit stark anstiegen. Es herrscht also Uneinigkeit in der Wissenschaft, was auch einer der Gründe ist, warum das Anthropozän bis zum jetzigen Zeitpunkt keine offizielle Epoche ist.

 

Was das Anthropozän ausmacht

Laut einiger Experten haben wir in vielen Prozessen die natürliche Schwankungsbreite des Holozäns bereits verlassen. Dazu zählen beispielsweise das emissionsbedingte CO2 in der Atmosphäre, der Stickstoff in Ökosystemen oder die Menge des durch Menschen transportierte und mit beispielsweise Betonresten oder Plastikteilchen angereicherte Sediment. Gerade das Verheizen von Kohle und Öl innerhalb weniger Jahrzehnte, hat den CO2-Anteil in der Atmosphäre stark angehoben, was sich auf die Durchschnittstemperaturen und somit auch auf das Klima auswirkt. Crutzen, der Namensgeber des Anthropozäns, will mit dem Begriff in erster Linie auf unser Handeln aufmerksam machen – er soll als Warnung verstanden werden, um künftig Schlimmeres zu verhindern.

 

Fazit                                                                                                                                

Auch wenn sich die Wissenschaft uneinig ist, ob das Anthropozän als neues Zeitalter etabliert werden soll, so ist klar, dass wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüberstehen. Der weitgehende Ausstieg aus fossilen Energieträgern und das vermehrte Setzen auf Erneuerbare, wie Photovoltaik, wird immer zentraler.

 

Ein wichtiger Schritt, damit unsere Erde noch für viele Generationen nach uns ein lebenswerter Ort bleibt.