Smart Grids – Die intelligenten Stromnetze der Zukunft

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wie unser Stromnetz der Zukunft aussehen wird? Eine der größten Herausforderungen besteht künftig darin, eine nachhaltige Energiegewinnung mit ausreichender Verfügbarkeit und Qualität zu gewährleisten. Sogenannte Smart Grids sind deshalb in aller Munde und sollen unser Strommanagement künftig bestimmen und verbessern. Was das eigentlich ist und wie so ein Smart Grid aussehen kann, erfahren Sie bei uns 😉

 

Definition

Smart Grids sind intelligente Energienetze, die alle Beteiligten (Netzkomponenten, Erzeuger, Speicher und Verbraucher) eines Energiesystems über ein Kommunikationsnetzwerk miteinander verbinden. Dank ihnen wird ein energie- und kosteneffizientes Gleichgewicht zwischen Stromverbrauchern, Stromerzeugern und künftig auch Stromspeichern erreicht.

 

Wozu Smart Grids?

Die Stromproduktion erfolgt heutzutage größtenteils über große, zentrale Kraftwerke, welche den Strom über Stromnetze an die Endverbraucher liefern. Dadurch wird relativ einfach eine Balance zwischen Stromerzeugung und -verbrauch sichergestellt. Mittlerweile werden aber auch die erneuerbaren Energien mit ihren dezentralen Energieerzeugungs-Systemen immer wichtiger – auch im Privatbereich, Stromify-Kunden machen es vor 😉

Dadurch entstehen allerdings Schwankungen im Stromnetz, etwa wenn die Sonne einmal mehr scheint oder der Wind weht. Denn private PV-Anlagen kann man nicht einfach bei Bedarf herunterfahren wie ein zentrales Kraftwerk. Und da kommen Smart Grids ins Spiel! Diese intelligenten Kommunikationsnetze sollen solchen Schwankungen im Stromnetz entgegenwirken und mithilfe spezieller Komponenten Erzeugung, Verteilung und Speicherung der erzeugten Energie besser koordinieren. Eine solche Komponente, die Teil des Smart Grids ist, wäre beispielsweise ein regelbarer Ortsnetz-Trafo. Dieser ermöglicht eine erhöhte Einspeisung von Solarstrom, ohne, dass es zu Problemen mit der Netzspannung kommt. Weiters könnten beispielsweise Energieanbieter (natürlich nur nach Absprache) eine privat installierte Wärmepumpe, welche in das Smart Grid integriert ist, bis zu einem gewissen Punkt steuern, um so Spitzen im Stromnetz auszugleichen.

 

Smart Grids in Vorarlberg

Das Land Vorarlberg ist mal wieder Pionierregion, was Innovationen im Energiebereich angeht. Der Biosphärenpark Großes Walsertal, welcher durch mehrere Kleinwasserkraftwerke in der Gegend mit Energie versorgt wird, hat durch den Wintertourismus einen sehr hohen Energieverbrauch, während im Sommer mehr Energie produziert als benötigt wird. Das ist natürlich ineffizient. Dazu kommt, dass diese saisonbedingten Schwankungen zu Problemen mit der Stabilisierung der Netzspannung führen. Aus diesem Grund wurde ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem ein aktives Kommunikationsnetz, also ein Smart Grid, errichtet wurde. Insgesamt 16 Messstellen erfassen die Spannungspegel im Netz und leiten die gewonnenen Daten an die Zentrale weiter. Dort können dann anhand dieser Daten aktiv Maßnahmen gesetzt werden, in dem z.B. die Höhe der Netzspannung mit speziellen Steuerungsbefehlen reguliert und Schwankungen ausgeglichen werden.

 

Fazit

Die Energiewende bestimmt immer mehr unsere Art Strom zu erzeugen und vor allem zu verteilen. Smart Grids können uns in Zukunft dabei helfen, auf die sich ändernden Bedürfnisse in der Stromerzeugung und -versorgung besser einzugehen und dabei den Schwankungen im Stromnetz Herr zu werden. Wir sind jedenfalls gespannt, in welcher Form sich Smart Grids etablieren werden und, ob sie auch das halten, was sie versprechen.

 

Wir von Stromify halten Sie dabei wie immer auf dem Laufenden 😉